Gründüngung richtig einsetzen: So wird Ihr Gartenboden nachhaltig fruchtbar
Ein gesunder Garten beginnt im Boden – und genau hier setzt Gründüngung an. Wer Gründüngung richtig einsetzen möchte, verbessert die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und kann Nährstoffe (besonders Stickstoff) auf natürliche Weise verfügbar machen. In diesem Artikel erfahren Sie praxisnah, welche Gründüngungspflanzen sich für Deutschland und Österreich eignen, wann Aussaat und Einarbeitung sinnvoll sind und wie Sie typische Fehler vermeiden, damit Ihr Gartenboden langfristig fruchtbar bleibt.

Was ist Gründüngung – und warum ist sie so wirksam?

Unter Gründüngung versteht man den gezielten Anbau bestimmter Pflanzen, die nicht primär geerntet, sondern zur Verbesserung des Bodens genutzt werden. Die Pflanzen bedecken den Boden, durchwurzeln ihn, schützen ihn vor Erosion und werden später entweder gemulcht, oberflächlich belassen oder in den Boden eingearbeitet. Damit ist Gründüngung eine der effektivsten Methoden, um einen Gartenboden ohne synthetische Dünger nachhaltig fruchtbar zu machen.

Gerade in vielen Regionen Deutschlands und Österreichs (z. B. sandige Böden im Norden, schwere Lehmböden in Teilen Bayerns oder Niederösterreichs, humusärmere Neubau-Gärten) hilft eine passende Gründüngung, Struktur und Nährstoffhaushalt zu stabilisieren. Wer Gründüngung richtig einsetzen will, sollte allerdings Pflanzenart, Zeitpunkt und Ziel (Stickstoff, Lockerung, Unkrautunterdrückung, Erosionsschutz) bewusst aufeinander abstimmen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick

  • Humusaufbau: Mehr organische Substanz bedeutet bessere Krümelstruktur und langfristige Bodenfruchtbarkeit.
  • Aktivierung des Bodenlebens: Regenwürmer, Pilze und Mikroorganismen bekommen Nahrung und Lebensraum.
  • Nährstoffmanagement: Nährstoffe werden gebunden und vor Auswaschung geschützt; Leguminosen können Stickstoff fixieren.
  • Bodenlockerung: Tiefwurzelnde Arten (z. B. Ölrettich) können Verdichtungen aufbrechen.
  • Unkrautunterdrückung: Rasch wachsende Bestände beschatten den Boden und reduzieren Auflaufunkräuter.
  • Erosionsschutz: Besonders wichtig auf offenen Flächen über Herbst und Winter.

Gründüngung richtig einsetzen: Ziele festlegen, bevor Sie aussäen

Die größte Wirkung erzielen Sie, wenn Sie vor der Aussaat eine klare Zielsetzung formulieren. Denn nicht jede Mischung passt zu jedem Beet – und nicht jede Pflanze ist für jede Jahreszeit sinnvoll.

Typische Ziele im Hausgarten

  • Stickstoff aufbauen (z. B. vor Starkzehrern wie Kohl, Kürbis, Tomaten)
  • Boden lockern (bei Verdichtung, schwerem Lehm, Staunässe)
  • Humus und Biomasse erzeugen (bei sandigen, „hungrigen“ Böden)
  • Beet über Winter schützen (Erosionsschutz und Nährstoffbindung)
  • Unkrautdruck senken (bei Problemunkräutern oder offenen Flächen)
  • Fruchtfolge unterstützen (Krankheits- und Schädlingsdruck reduzieren)

Tipp: Notieren Sie pro Beet kurz, was im letzten Jahr dort stand und was als Nächstes geplant ist. Daraus ergibt sich oft automatisch, welche Gründüngung am besten passt.

Die besten Gründüngungspflanzen für Deutschland und Österreich

In Mitteleuropa haben sich einige Arten besonders bewährt. Wichtig ist, zwischen Leguminosen (Stickstoffsammler) und Nicht-Leguminosen (Struktur, Biomasse, Nährstoffbindung) zu unterscheiden. Außerdem spielt die Pflanzenfamilie eine Rolle: Wer z. B. Kohl anbaut, sollte Kreuzblütler als Gründüngung mit Bedacht wählen.

Leguminosen: Stickstoff aus der Luft – aber mit System

Leguminosen leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) und können Stickstoff aus der Luft binden. Das ist besonders wertvoll, wenn Sie wenig oder keinen tierischen Dünger einsetzen möchten.

  • Rotklee: mehrjährig/zweijährig, gute Durchwurzelung, hoher Biomasseertrag.
  • Weißklee: bodendeckend, trittfest (auch für Wege/Beetränder), eher langsam in der Etablierung.
  • Luzerne: tiefwurzelnd, ideal zur Lockerung und für trockene Standorte; braucht eher kalkhaltige Böden.
  • Wicke (z. B. Winterwicke): schneller Wuchs, oft in Mischungen, gute Vorfrucht.
  • Lupinen: sehr gut auf sandigen Böden; tiefe Pfahlwurzel, kann Phosphor mobilisieren.

Hinweis: Damit Leguminosen ihre volle Wirkung entfalten, kann bei erstmaligem Anbau eine Impfung mit Rhizobien (Saatgut-Impfung) sinnvoll sein – vor allem in neuen Gärten oder auf Flächen, auf denen lange keine Leguminosen standen.

Nicht-Leguminosen: Biomasse, Struktur, Nährstoffbindung

  • Phacelia (Bienenfreund): sehr beliebt, nicht mit gängigen Gemüsekulturen verwandt, daher ideal in der Fruchtfolge; schnelle Bodenbedeckung.
  • Gelbsenf: keimt schnell, gute Unkrautunterdrückung; gehört zu den Kreuzblütlern (Vorsicht vor Kohl).
  • Ölrettich: tiefwurzelnd, kann Verdichtungen lockern; ebenfalls Kreuzblütler.
  • Buchweizen: ideal im Sommer, schnelle Bodenbedeckung, kann Phosphor mobilisieren; frostempfindlich.
  • Roggen / Wintergetreide: sehr guter Winterbodenschutz, bindet Nährstoffe, liefert viel Biomasse.

Mischungen: Warum sie oft besser sind als Monokulturen

Eine Mischung kombiniert Vorteile: z. B. Stickstofffixierung (Leguminose) plus schnelle Bodenbedeckung (Phacelia) plus Tiefenlockerung (Ölrettich). Für viele Hausgärten in Deutschland und Österreich sind fertige Gründüngungsmischungen praktisch, weil sie auf Keimverhalten und Wuchsdynamik abgestimmt sind.

Achten Sie jedoch auf die Zusammensetzung, wenn Sie bestimmte Kulturen in der Fruchtfolge haben (siehe Abschnitt zu Kreuzblütlern).

Der richtige Zeitpunkt: Aussaatkalender für Gründüngung (Mitteleuropa)

Damit Sie Gründüngung richtig einsetzen, ist der Zeitpunkt entscheidend. In Deutschland und Österreich funktionieren viele Arten von Frühling bis Herbst – aber die Details (Frosthärte, Wachstumsgeschwindigkeit, Blühzeit) bestimmen den Erfolg.

Frühjahrs-Gründüngung (März bis Mai)

Im Frühjahr geht es oft darum, den Boden nach dem Winter zu aktivieren oder Beete bis zur Pflanzung (z. B. Mitte/Ende Mai nach den Eisheiligen) sinnvoll zu nutzen.

  • Phacelia: sobald der Boden abgetrocknet ist und es nicht mehr stark friert.
  • Wicke (Frühjahrsformen) in Mischung mit Hafer: gute Startkombination.
  • Perserklee: schnell, geeignet für frühe Zwischenräume.

Praxis-Tipp: Wenn Sie ab Mitte Mai Tomaten, Kürbis oder Bohnen setzen wollen, wählen Sie eine Gründüngung, die Sie nach 6–8 Wochen problemlos mulchen oder flach einarbeiten können.

Sommer-Gründüngung (Juni bis August)

Sommer-Gründüngung ist ideal nach der Ernte früher Kulturen (z. B. Salat, Frühkartoffeln, Erbsen). Ziel ist häufig: Boden bedecken, Unkraut unterdrücken, Bodenleben füttern.

  • Buchweizen: sehr schnell, schließt Lücken, gut bei warmem Wetter.
  • Phacelia: verlässlich, auch bei wechselhaftem Wetter.
  • Sommerwicke (oft in Mischung): Stickstoff und Biomasse.

Wichtig in heißen Sommern: In vielen Regionen (z. B. Ostösterreich, Brandenburg, Teile Bayerns) kann Sommertrockenheit die Keimung erschweren. Säen Sie möglichst vor einem Regenfenster oder wässern Sie die Saatfläche die ersten Tage regelmäßig.

Herbst- und Winter-Gründüngung (September bis November)

Jetzt steht Winterbodenschutz im Vordergrund: Nährstoffe binden, Auswaschung verhindern, Erosion vermeiden. Je nach Region (Alpenvorland, Mittelgebirge, Norddeutschland) kann der erste Frost früh kommen.

  • Winterroggen: sehr frosthart, hervorragende Bodenbedeckung.
  • Winterwicke: kann überwintern (je nach Witterung) und liefert Stickstoff.
  • Ölrettich (früh gesät): gute Durchwurzelung, oft winterhart bis -5 °C oder darunter (sortenabhängig).

Hinweis für kältere Lagen: In höheren Lagen Österreichs (z. B. alpennah) ist es oft sinnvoll, früher zu säen oder auf besonders frostharte Arten zu setzen, damit ausreichend Biomasse entsteht.

Boden vorbereiten: So gelingt die Aussaat zuverlässig

Auch wenn Gründüngung robust ist: Für gleichmäßige Bestände braucht es ein sauberes Saatbett. Das gilt besonders bei feinsämigen Arten wie Phacelia.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Beet räumen: Pflanzenreste entfernen (kranke Teile entsorgen).
  2. Flach lockern: mit Sauzahn, Grubber oder Handkultivator – nicht tief umgraben, wenn es nicht nötig ist.
  3. Unkrautdruck reduzieren: bei starkem Auflauf ggf. 1–2 Wochen „falsches Saatbett“ (unkraut keimen lassen, dann flach entfernen).
  4. Feinkrümeliges Saatbett: grobe Kluten zerkleinern, Oberfläche ebnen.
  5. Säen: breitwürfig oder in Reihen – je nach Vorliebe und Fläche.
  6. Leicht einarbeiten: Samen anwalzen oder mit Rechen hauchdünn bedecken (Saattiefe beachten!).
  7. Angießen: gerade im Sommer entscheidend.

Saattiefe und Saatmenge: häufige Stolpersteine

Viele Misserfolge entstehen, weil zu tief gesät wird. Feinsämige Arten brauchen Lichtnähe.

  • Phacelia: nur leicht einrechen (ca. 0,5–1 cm).
  • Senf / Ölrettich: ca. 1–2 cm.
  • Roggen: eher 2–3 cm.

Zur Saatmenge orientieren Sie sich an Herstellerangaben. Im Hausgarten ist eine etwas dichtere Saat oft sinnvoll, um Unkraut besser zu unterdrücken – aber übertreiben Sie es nicht, sonst konkurrieren die Pflanzen zu stark um Wasser.

Mulchen oder einarbeiten? Die richtige Methode je nach Ziel und Boden

Der nächste Schlüssel, um Gründüngung richtig einzusetzen, ist die Frage: Was passiert mit der Biomasse? Je nach Bodenart, Jahreszeit und Folgekultur ist eine andere Methode sinnvoll.

1) Abmähen und als Mulch liegen lassen

Das ist besonders bodenschonend und fördert das Bodenleben in der oberen Schicht.

  • Vorteile: wenig Bodenstörung, Schutz vor Austrocknung, kontinuierliche Fütterung der Mikroorganismen.
  • Nachteile: Schnecken können sich unter Mulch wohlfühlen; bei sehr dicken Schichten kann es zu Fäulnis kommen.

Geeignet für: leichte bis mittlere Böden, Sommer/Herbst, Wege zwischen Beeten, Flächen, die nicht sofort bepflanzt werden.

2) Flach einarbeiten (2–5 cm)

Eine flache Einarbeitung ist oft der beste Kompromiss im Gemüsegarten: Die Pflanzenreste werden schnell umgesetzt, ohne tiefe Bodenhorizonte zu stören.

  • Vorteile: schnelle Rotte, ebene Fläche für Folgekulturen.
  • Nachteile: zu frühe oder zu tiefe Einarbeitung kann zu Sauerstoffmangel und Fäulnis führen.

Geeignet für: Vorbereitung auf Pflanzung nach 2–4 Wochen Wartezeit (abhängig von Biomasse und Wetter).

3) Gröbere Einarbeitung/Untergraben – wann es sinnvoll ist (und wann nicht)

Tiefes Untergraben wird heute im Hausgarten deutlich kritischer gesehen, weil es Bodenleben und Schichtung durcheinanderbringt. In Ausnahmefällen (z. B. starke Verdichtung plus Neuaufbau eines Beets) kann es jedoch einmalig helfen. Danach ist ein Wechsel zu schonender Bearbeitung oft langfristig besser.

Wartezeit vor der Folgekultur

Nach dem Mulchen oder Einarbeiten braucht der Boden Zeit, um organisches Material umzusetzen. Eine Faustregel:

  • leichte Biomasse (Phacelia, junge Bestände): ca. 1–2 Wochen
  • viel Biomasse / grobe Stängel (Roggen, ältere Bestände): ca. 3–6 Wochen

Wenn Sie zu früh säen oder pflanzen, kann es vorübergehend zu Stickstoffbindung kommen (Mikroorganismen „ziehen“ Stickstoff für die Rotte). Das betrifft vor allem kohlenstoffreiche Pflanzen wie Roggen.

Gründüngung nach Bodenart: Empfehlungen für Lehm, Sand und Humusarme Böden

Deutschland und Österreich bieten eine große Bandbreite an Bodenverhältnissen. Passen Sie die Artenwahl daran an – dann wird die Gründüngung nicht nur „irgendwie grün“, sondern wirklich wirksam.

Schwere Lehmböden (oft verdichtet, langsam erwärmend)

  • Ölrettich oder Luzerne (tiefwurzelnd) zur Lockerung
  • Phacelia für krümelige Struktur und schnelle Bodenbedeckung
  • Wicke + Getreide als Mischung für Struktur und Stickstoff

Praxis-Hinweis: Bei Lehm ist eine flache Einarbeitung und gute Durchlüftung entscheidend, damit die Biomasse nicht fault.

Sandige Böden (trocken, nährstoffarm, geringe Wasserhaltefähigkeit)

  • Lupinen: sehr passend, robust und wurzelstark
  • Phacelia: gute Biomasse, schnell
  • Roggen als Winterbegrünung für viel organische Substanz

Tipp: Arbeiten Sie organisches Material eher oberflächlich ein oder mulchen Sie, um Verdunstung zu senken.

Humusarme Neubau-Gärten (aufgeschüttete, „tote“ Böden)

  • Mehrjährige Kleearten (Rotklee) für kontinuierliche Bodenverbesserung
  • Mischungen mit Leguminosen + Strukturpflanzen (Phacelia, Getreide)

Hier zahlt sich Geduld aus: Ein bis zwei Saisons konsequente Begrünung bringen oft mehr als jede einmalige „Wunderdüngung“.

Gründüngung und Fruchtfolge: Diese Kombinationen sind klug (und diese riskant)

Damit Gründüngung richtig einsetzen auch langfristig funktioniert, sollte sie in Ihre Fruchtfolge passen. Der wichtigste Punkt: Pflanzen aus derselben Familie teilen oft ähnliche Krankheiten und Schädlinge.

Kreuzblütler-Falle: Senf und Ölrettich vor Kohl?

Gelbsenf und Ölrettich sind Kreuzblütler – wie Kohl, Radieschen, Rettich oder Rucola. Wenn Sie viel Kohl anbauen, kann häufige Kreuzblütler-Gründüngung das Risiko für Kohlhernie und andere Probleme erhöhen.

Besser: In kohlbetonten Gärten öfter zu Phacelia, Getreide oder Leguminosen-Mischungen greifen.

Leguminosen vor Leguminosen?

Auch bei Leguminosen gilt: Nicht permanent auf derselben Fläche wiederholen. Wenn im Folgejahr Bohnen oder Erbsen geplant sind, wählen Sie als Gründüngung lieber eine nicht verwandte Art (z. B. Phacelia oder Roggen), um Krankheiten vorzubeugen.

Konkrete Beispiel-Abfolgen (Hausgarten)

  • Nach Frühkartoffeln: Phacelia oder Buchweizen (Sommer) → Herbstkultur oder Winterbegrünung
  • Vor Starkzehrern (Kürbis, Kohl, Tomaten): Wicke-Klee-Mischung (Frühjahr) → Pflanzung nach Rottezeit
  • Nach Tomaten/Monokulturbeeten: Winterroggen (Herbst) → Frühjahr flach einarbeiten, dann z. B. Salat/Erbsen

Gründüngung im Gemüsebeet, Hochbeet und Obstgarten

Je nach Gartenbereich unterscheiden sich die Anforderungen. In Deutschland und Österreich sind Hochbeete sehr verbreitet – hier funktioniert Gründüngung anders als im klassischen Beet.

Im Gemüsebeet

Hier ist Gründüngung besonders flexibel, weil nach Ernten immer wieder Zeitfenster entstehen. Nutzen Sie kurze Zwischenkulturen (6–10 Wochen), statt Beete „leer“ zu lassen.

  • Kurze Lücken: Phacelia
  • Sommerhitze: Buchweizen (bei ausreichender Feuchte)
  • Über Winter: Roggen oder Wintermischungen

Im Hochbeet

Hochbeete trocknen schneller aus und sind oft nährstoffreich (zumindest in den ersten Jahren). Gründüngung kann helfen, Struktur zu stabilisieren und Nährstoffe zu „parken“.

  • Wählen Sie nicht zu wüchsige Arten, die das Hochbeet nicht überwuchern.
  • Mulchen ist oft besser als tiefes Einarbeiten, um das Schichtgefüge zu erhalten.
  • Im Herbst: Phacelia oder eine moderate Wintermischung; bei sehr kalten Regionen eher früh säen.

Im Obstgarten und unter Beerensträuchern

Unter Obstbäumen und in Beerenanlagen ist eine dauerhafte Begrünung (bzw. Untersaat) oft sinnvoller als jährliche Einarbeitung.

  • Weißklee oder niedrige Mischungen als bodendeckende Untersaat
  • Phacelia als Blühpflanze auf freien Streifen (auch für Bestäuber)

Praxis-Tipp: Achten Sie darauf, dass junge Obstbäume nicht zu stark in Konkurrenz um Wasser geraten – in trockenen Regionen lieber Streifenbegrünung statt Vollbegrünung.

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

Auch wenn das Prinzip einfach wirkt, scheitert der Nutzen oft an ein paar typischen Stolpersteinen. Mit diesen Korrekturen wird das Vorhaben deutlich erfolgreicher.

Fehler 1: Zu späte Aussaat im Herbst

Wenn die Pflanzen vor dem Winter nicht genug Blattmasse bilden, ist der Bodenschutz gering. Planen Sie Herbst-Gründüngung frühzeitig ein – besonders in Regionen mit frühen Frösten.

Fehler 2: Falsche Pflanzenfamilie in der Fruchtfolge

Senf vor Kohl oder Klee vor Bohnen kann Probleme verstärken. Nutzen Sie neutrale Arten (z. B. Phacelia), wenn Sie unsicher sind.

Fehler 3: Zu tiefe Einarbeitung und „faulige“ Rotte

Vor allem in schweren Böden kann zu tief eingearbeitete Biomasse anaerob werden. Besser: flach einarbeiten oder mulchen, und dem Boden Zeit geben.

Fehler 4: Gründüngung zu alt werden lassen

Je älter und verholzter die Pflanzen, desto langsamer die Rotte. Mähen Sie idealerweise:

  • kurz vor oder zu Beginn der Blüte (bei vielen Arten)
  • spätestens, bevor sich Samen bilden (sonst droht Selbstaussaat)

Fehler 5: Wasserbedarf unterschätzen

Gründüngung ist keine „Null-Pflege“-Maßnahme. Bei Trockenheit keimt Saat schlecht oder wächst lückig. Gerade in kontinental geprägten Regionen Österreichs und in trockenen Sommern Deutschlands ist eine kurze Bewässerungsphase nach der Aussaat oft der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg.

Praktische Jahrespläne: So integrieren Sie Gründüngung in Ihren Gartenalltag

Ein häufiger Grund, warum Menschen Gründüngung nicht konsequent nutzen: Es wirkt nach zusätzlicher Arbeit. Mit einfachen Routinen wird es jedoch ein fester Bestandteil der Beetplanung.

Plan A: „Lücken sofort schließen“ (für Gemüsegärtner)

  • Nach jeder Ernte (Salat, Erbsen, Frühkartoffeln): innerhalb von 3–5 Tagen eine schnelle Gründüngung säen (Phacelia/Buchweizen).
  • Vor Herbstkulturen: Bestand mähen, 1–2 Wochen warten, dann pflanzen.
  • Spätherbst: Winterroggen dort, wo bis Frühjahr nichts geplant ist.

Plan B: „Winterbegrünung als Standard“ (für wenig Zeit)

  • Ab September/Oktober alle freien Beete mit Wintermischung oder Roggen einsäen.
  • Im Frühjahr abmähen und als Mulch nutzen oder flach einarbeiten.

Plan C: „Bodenaufbau in 12–24 Monaten“ (für schwierige Böden)

  • Frühjahr: Mischung mit Klee/Wicke + Phacelia
  • Sommer: nach Bedarf nachsäen (Lücken schließen)
  • Herbst/Winter: Roggen + Winterwicke
  • Jahr 2: wiederholen, parallel Kompost und Mulch ergänzen

Gründüngung, Kompost und Mulch: So ergänzen sich die Methoden

Gründüngung ist kein Ersatz für alles – aber sie ergänzt andere organische Methoden hervorragend.

  • Kompost liefert stabile Humusbausteine und Mikroorganismen.
  • Mulch schützt vor Verdunstung und füttert das Bodenleben kontinuierlich.
  • Gründüngung bringt lebende Wurzeln in den Boden – das ist ein entscheidender Vorteil, weil Wurzelausscheidungen Mikroorganismen direkt ernähren.

Eine bewährte Praxis ist: Gründüngung anbauen → abmähen → dünn kompostieren/kompost aufstreuen → mulchen. So entsteht ein geschlossener Nährstoffkreislauf, der besonders in vielen Hausgärten in Deutschland und Österreich gut funktioniert.

FAQ: Häufige Fragen rund um die Gründüngung

Kann ich Gründüngung einfach stehen lassen und im Frühjahr einarbeiten?

Ja, vor allem bei winterharten Arten wie Roggen. Achten Sie im Frühjahr auf eine rechtzeitige Bearbeitung, bevor die Pflanzen zu groß werden. Je mehr Biomasse, desto länger die Rottezeit.

Welche Gründüngung ist „am besten“?

Es gibt nicht die eine beste. Phacelia ist ein sehr guter Allrounder, aber wenn Ihr Ziel Stickstoff ist, sind Leguminosen überlegen. Für Lockerung helfen tiefwurzelnde Arten wie Ölrettich oder Luzerne. Entscheidend ist Ihr Bodentyp und Ihre Folgekultur.

Hilft Gründüngung gegen Unkraut?

Ja – dichte Bestände beschatten den Boden und reduzieren Unkrautkeimung. Wichtig ist eine zügige Etablierung (gutes Saatbett, ausreichend Feuchte). Gegen Wurzelunkräuter (z. B. Giersch) wirkt Gründüngung allein meist nicht ausreichend, kann aber den Druck senken.

Was ist besser: Gründüngung oder Brache?

Fast immer ist Gründüngung besser, weil lebende Wurzeln den Boden aktiv verbessern und vor Erosion schützen. Brache kann kurzfristig sinnvoll sein, um Problemunkräuter gezielt zu bekämpfen – aber als Dauerstrategie verschenkt sie Potenzial.

Fazit: Mit der richtigen Gründüngung zu dauerhaft fruchtbarem Boden

Wer Gründüngung richtig einsetzen möchte, braucht keine komplizierte Technik – sondern einen klaren Plan: Ziel definieren, passende Art oder Mischung wählen, rechtzeitig säen und die Biomasse passend behandeln (mulchen oder flach einarbeiten). In Deutschland und Österreich ist Gründüngung eine besonders praktische Methode, um Böden an wechselhafte Witterung anzupassen: Sie schützt vor Austrocknung, verbessert die Struktur und stabilisiert den Nährstoffhaushalt. Wenn Sie Gründüngung als festen Bestandteil Ihrer Fruchtfolge etablieren, wird Ihr Gartenboden mit jeder Saison lebendiger, krümeliger und nachhaltiger fruchtbar.

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